Chronische Verstopfung

Ursachen, Behandlung & richtige Ernährung

Was ist eine chronische Verstopfung und wie entsteht sie?

Unter chronischer Verstopfung versteht man das Zurückbleiben von Stuhl im Darm/Enddarm aufgrund unzureichender Darmentleerung. Daraus muss nicht immer harter Stuhl resultieren. Richtige Ernährung spielt zur Regulierung der normalen Darmtätigkeit eine entscheidende Rolle.

Die Ursache einer Obstipation ist nur sehr selten in einer echten Organerkrankung zu suchen. Erwachsene nach dem fünfzigsten Lebensjahr leiden deutlich öfter an Verstopfung als Kinder und Jugendliche.
Für die Entstehung einer Verstopfung bei einem sonst gesunden Menschen gibt es verschiedene Gründe:

Ballaststoffarme Ernährung, geringe Trinkmengen, Bewegungsmangel und andere Faktoren. Ein wichtiger Grund ist auch, dass Schmerzen beim Stuhlgang die Verstopfung verstärken und aufrecht halten können.

Welche Probleme entstehen durch die chronische Verstopfung?

Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Unwohlsein, Übelkeit, Schmerzen beim Stuhlgang und die Ausbildung und Entstehung von Hämorrhoiden oder Schleimhautverletzungen im Enddarm-/Afterbereich.

Bei Kindern kann ein schlechtes Wachstum auch Folge einer Obstipation sein. Langfristig stellt der Verlust der normalen Darmfunktion das größte Problem dar (Elastizitätsverlust / Darmwandschwäche).

Wie sieht die richtige Behandlung aus?

Ziel ist es, die normale Darmfunktion wiederherzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, erfordert es etwas Geduld. Die Behandlung gliedert sich dabei in drei Phasen:

1. Phase

Komplette Darmentleerung: Hierfür sind manchmal mehrere Einläufe über 3 – 5 Tage notwendig. Ohne diese Entleerung zeigen alle weiteren Maßnahmen, zum Beispiel Nahrungsumstellung auf ballaststoffreiche Kost, keinen richtigen Effekt. Geringe Trinkmengen sind ein häufiger Grund für Verstopfungen. Deshalb sollten täglich mindestens 1,5 - 2 Liter getrunken werden.

2. Phase

Nun muss die Entleerungsfähigkeit des Darms trainiert werden, um eine erneute Verstopfung zu verhindern. Wenn diese anfangs trotzdem auftritt, ist das kein Versagen der Therapie. Der Grund liegt eher in einer schlecht angepassten Menge des Abführmittels oder ein zu schnelles Beenden der Behandlung.
Ein sehr gut verträgliches Abführmittel für diesen Zweck ist der Wirkstoff Macrogol. Die notwendige Menge richtet sich nach der Entleerung des Enddarms und der Festigkeit des Stuhls und ist individudell anzupassen. Mit dieser Therapie sollte jeden Tag Stuhlgang erfolgen können. Mit einem Abführzäpfchen (z.B. Glycilax / Dulcolax®) kann eine weitere Ansammlung von Stuhl im Darm verhindert werden.
Zudem ist es sinnvoll, eine verbesserte Selbstfürsorge und Aufmerksamkeit für den Bereich der Verdauung und Ernährung zu erlernen. Eventuell ist es vernünftig, ein Tagebuch über seine Toilettengänge zu führen.

3. Phase

In der abschließenden Phase werden die Abführmittel langsam reduziert. Dies ist auch der richtige Zeitpunkt, um die Ballaststoffmenge zu steigern und die Ernährung anzupassen.

 

Tipps für eine tägliche ballaststoffreiche Ernährung

Obst: Beerenobst ist besonders reich an Ballaststoffen.

Gemüse: Eine große, erwärmte Portion zum Mittagessen und zusätzlich eine tägliche Portion Rohkost. Erbsen, Linsen und Bohnen sind ebenfalls empfehlenswert, da sie zusätzlich wertvolles Eiweiß enthalten.

Brot: Möglichst Vollkornbrot, am besten täglich. Es enthält viele Vitamine sowie Mineralstoffe.

Kartoffeln: Eine große Portion ist empfehlenswert. Auch Vollkornnudeln sind eine gute Alternative.

Getränke: Täglich sollten mindestens 1,5 - 2 Liter getrunken werden, da Trinken für die Verdauung entscheidend ist. Empfehlenswert sind Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees sowie verschiedene Fruchtsäfte.

Milchprodukte: Joghurt (besonders Biojoghurt mit lebenden Kulturen), Quark und Käse liefern gerade im Wachstum wichtige Eiweiße sowie Calcium. Milch selbst kann aber verstopfend wirken.